Probiotika, Prebiotika, Symbiotika, Ballaststoffe, Lactobacillen, Bifidobakterien. In den letzten Jahren wird über diese wichtigen Inhaltsstoffe viel gesprochen und geschrieben. Sie sind bereits zu wahren Symbolen für Gesundheit geworden. Das Wort Probiotikum, das die „nützlichen“ Bakterien bezeichnet, ist seit den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts in Gebrauch.

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Probiotika als lebende Mikroorganismen (sog. gute Bakterien), die sich in entsprechenden Mengen wohltuend auf die Gesundheit des Wirts auswirken. Heute sind Probiotika Gegenstand zahlreicher Studien und ihre wohltuende Wirkung ist in wissenschaftlichen Untersuchungen wohl-dokumentiert. Die Entdeckung der Probiotika ist dem russischen Bakteriologen Ilja Iljitsch Metschnikow zu verdanken, der die gesundheitsfördernde Wirkung von Mikroorganismen, insbesondere bei Menschen, die viel Joghurt, Kefir und andere Milchsäurebakterien enthaltende bzw. fermentierte Nahrungsmittel zu sich nehmen, bemerkte.

Das Gleichgewicht zwischen Probiotika und „schlechten“ Bakterien

Probiotika spielen im Verdauungstrakt eine wichtige Rolle. Sie schaffen die Bedingungen für eine optimale Funktion der Darmmikroflora. In unserem Darm leben rund 38 Billionen Bakterien und nicht alle davon gefährlich. Gerade die „guten“ Bakterien oder Probiotika sind für die Gesundheit der Verdauungsorgane sehr wichtig. Dabei gilt es hervorzuheben, dass der Darm nicht nur ein Verdauungsorgan, sondern auch das wichtigste Organ des körpereigenen Abwehrsystems ist, das für mehr als 70 Prozent seiner Immunität „verantwortlich“ ist! Mit dem wohltuenden Einfluss auf das Gleichgewicht von Probiotika und „schlechten“ Bakterien in unserem Darm helfen wir also dem gesamten Körper. Durch zahlreiche Faktoren, wie Stress, eine falsche und unausgewogene Ernährung, psychophysische Erschöpfung oder chronische Erkrankungen, aber auch Medikamente, insbesondere Antibiotika, kann dieses Gleichgewicht zerstört werden. Die Folge sind eine erhöhte Anzahl an „schlechten“ Bakterien, was oft zu gesundheitlichen Problemen, wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Vitamin- und Mineralstoffmangel aufgrund der eingeschränkten Absorption im Darm sowie ein geschwächtes Immunsystem führen kann. Mit anderen Worten: Unsere Darm-Mikroflora verändert sich und muss daher regelmäßig erneuert werden.

Die wohltuende Wirkung „guter“ Bakterien – Probiotika

Die Wissenschaft macht in dieser Hinsicht Fortschritte und entdeckt mit ständiger Forschungsarbeit immer neue Vorteile der Einnahme von Probiotika, was ihre Bedeutung in der täglichen Ernährung nur noch bestätigt. Probiotika haben folgende wohltuende Auswirkungen:

  • Sie hemmen das Wachstum „schlechter“ Bakterien.
  • Sie helfen bei Laktoseintoleranz.
  • Sie ermöglichen die Synthese von Vitamin K und einigen B-Vitaminen.
  • Sie stärken das Immunsystem.
  • Sie senken den Cholesterinspiegel.
  • Sie senken den Blutdruck.
  • Sie verhindern und heilen Durchfall.
  • Sie lindern Entzündungen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa und/oder Morbus Crohn).
  • Sie wirken wohltuend bei Reizdarmsyndrom.
  • Sie verhindern das Wachstum schädlicher Bakterien bei Stress.

Eine nachgewiesene klinische Rolle der Probiotika ist das Verhindern von Magen-Darm-Problemen infolge einer Antibiotika-Therapie. Nicht alle positiven Effekte der Probiotika sind durch klinische Studien belegt, es besteht jedoch kein Zweifel, dass sie für die menschliche Gesundheit wichtig sind.

Unerwünschte Wirkungen der Probiotika

Die gängige Meinung ist zwar, dass Probiotika absolut sicher sind, doch muss man sich darüber im Klaren sein, dass nicht jeder Organismus gleich ist und dass eine ständige vorbeugende Einnahme von Probiotika in Form von Nahrungsergänzungsmitteln nicht nötig ist. Einige Probiotika können sogar allergische Reaktionen hervorrufen. Es können Kopfschmerzen, Blähungen, Darmwinde, Verstopfung oder Durchfall auftreten und mehrere Tage anhalten. .

Wo findet man Probiotika?

Probiotika können in Form von Nahrungsmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln oder als Nahrungsmittelzusatz (z. B. in fermentierten Milchprodukten) eingenommen werden. Milchsäurebakterien werden bei der traditionellen Zubereitung von Joghurt, Kefir, Käse und Sauerkraut verwendet, weshalb fermentierte Nahrungsmittel eine kostbare Quelle für diese Bakterien darstellen, auch wenn sie häufig keine nachgewiesene probiotische Wirkung haben.

Als beste und langfristigste Lösung für ein gesundes Verdauungssystem sowie zur Bewahrung des Gleichgewichts zwischen Probiotika und potentiell gefährlichen Bakterien empfehlen die Experten eine Umstellung der Ernährung und Lebensgewohnheiten.

Zahlreiche Nahrungsmittel enthalten von Natur aus Probiotika. Dazu zählen unter anderem:

  • JOGHURT UND KEFIR – Beide sind hervorragende Probiotika-Quellen, die auch für Menschen mit Laktose-Intoleranz geeignet sind.
  • SAUERKRAUT – Versuchen Sie möglichst unpasteurisiertes Sauerkraut zu konsumieren, da bei der Pasteurisierung die enthaltenen lebenden bzw. aktiven Bakterien abgetötet werden.
  • EINLEGEGURKEN – Greifen Sie lieber zu Gurken, die in Salzlösung statt in Essig eingelegt sind.
  • BESTIMMTE KÄSESORTEN – Obgleich die meisten Käsesorten fermentiert sind, enthalten sie nicht zwingend Probiotika. Probiotika überleben den Reifeprozess nur in bestimmten Käsesorten, wie z. B. Gauda, Cheddar und Mozzarella.

Neben dem täglichen Genuss der erwähnten Nahrungsmittel empfehlen die Experten auch Porree, Buchweizen, Polenta und Haferbrei in die Ernährung einzubinden, um das Verdauungssystem anzuregen und ein gesundes Gleichgewicht zwischen Probiotika und potenziell gefährlichen Bakterien zu bewahren.