Die Behandlung chronischer Verstopfung ist weltweit ein wesentlicher Teil der klinischen Gastroenterologie. Bei vielen Patienten löst eine Verstopfung physische und psychische Probleme aus und kann ihren Alltag und ihre Gesundheit stark beeinträchtigen. Wird eine Verstopfung nicht aktiv angegangen, hat sie häufig unangenehme Folgen. Obgleich bei Verstopfung nur die wenigsten Betroffenen einen Arzt aufsuchen, nehmen die meisten verschreibungspflichtige oder rezeptfreie Medikamente ein, um das Problem zu beheben.

Verstopfung kann zahlreiche organische und funktionelle Ursachen haben. Eine organische Verstopfung tritt als Folge bestimmter Erkrankungen auf. Bei einer funktionellen Verstopfung, die viel häufiger ist, handelt es sich hingegen um eine Störung, die sich in Form von Anstrengung beim Stuhlgang, klumpigem oder hartem Stuhl, dem Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung und einem zu seltenen Stuhlgang ohne offensichtliche organische oder strukturelle Erkrankungen äußert.

Immer mehr Menschen schlagen sich mit einer verlangsamten Verdauung und mit Verstopfung herum. Schätzungen zufolge leiden zwischen 2 und 30 Prozent der gesamten erwachsenen Bevölkerung unter Verstopfung. In Europa sehen sich ganze 17 Prozent der Bevölkerung mit diesem Problem konfrontiert.

Nicht selten wird das Problem unter den Teppich gekehrt, in der Hoffnung, dass es sich von selber löst. Zu langes Aufschieben kann den Zustand jedoch verschlechtern und somit zu einer längeren Behandlungsdauer führen. Äußerst wichtig ist, bereits bei ersten Anzeichen herauszufinden, ob es sich um eine organische oder eine funktionelle Verstopfung handelt, sodass eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden kann. Die Behandlung beginnt immer mit einer Änderung des Lebensstils und der Essgewohnheiten, häufig gefolgt vom Einsatz osmotischer Abführmittel.

Wird eine Verstopfung nicht von Anfang an behandelt, kann sie bereits nach einigen Monaten chronisch werden, was alles andere als angenehm ist. Häufig zieht sie bestimmte kurzzeitige und langfristige Folgen nach sich.

Zu den kurzzeitigen Folgen von Verstopfung zählen Blähungen, Schmerzen, Schleim oder Blut im Stuhl sowie Stuhldrang. Die langfristigen Folgen von Verstopfung sind weitaus schädlicher: Hämorrhoiden (Krampfadern im Bereich des Afters und des Mastdarms), Analfissur und Mastdarmvorfall.

Weiters kann Verstopfung die Lebensqualität verringern und zu verminderter körperlicher Aktivität und Arbeitseffizienz sowie zu Angst und Depressionen führen.