Zuerst kommt ein leichter Schluckauf, dann kommt das brennende Gefühl in Brust und Rachen. Man könnte meinen, wir reden von einem Herzinfarkt, aber wir sind nach wie vor beim Thema Verdauung, genauer gesagt bei einem weit verbreiteten Problem: Sodbrennen. Wenn Sie häufig unter Sodbrennen leiden, dann haben Sie sicher schon so einige Mittel und Wege gefunden, um dieses zu bekämpfen, wir glauben aber, dass es noch einige effektive Maßnahmen gibt, die Sie vielleicht noch nicht kennen.

Um sicherzugehen, dass Sie das nächste Mal, wenn eine schwere Mahlzeit das Feuer in Ihrer Brust entfacht, ausreichend gewappnet sind, haben wir eine Liste von Möglichkeiten zusammengestellt, die Ihnen nicht nur zeigen, wie Sie am besten mit Sodbrennen umgehen, sondern auch, wie Sie es verhindern können. Los geht‘s!

Hauptursachen für Sodbrennen

Was genau ist Sodbrennen?

Sodbrennen, auch Pyrosis, Kardialgie oder Säureverdauungsstörungen genannt, ist eine Erkrankung, die sich durch ein schmerzhaftes oder brennendes Gefühl in der Brust oder im oberen Teil des Magens äußert. Von hier aus kann sich der Schmerz nach oben ausbreiten, meist in Richtung Rachen und manchmal sogar in Richtung Kiefer und Arme. Während das Gefühl manchmal fast sofort wieder verschwindet, kann hartnäckiges Sodbrennen auch mehrere Stunden lang anhalten.

Was verursacht Sodbrennen?

Um die Ursachen von Sodbrennen zu verstehen, müssen wir zunächst den Begriff „Säurereflux“ definieren. Die Rede ist von der Magenflüssigkeit, die eine wichtige Rolle bei der Verdauung von Proteinen spielt, uns vor Infektionen schützt und vieles mehr.

Um zu verhindern, dass der Mageninhalt zurück in die Speiseröhre wandert, verlässt sich unser Verdauungssystem auf das Zwerchfell und insbesondere auf den unteren Speiseröhrenschließmuskel, der auch unterer Ösophagussphinkter genannt wird. Dieser befindet sich am Mageneingang und wirkt wie ein Tor, dass sich öffnet, um die Nahrung, die durch die Speiseröhre nach unten wandert, in den Magen zu lassen, und sich dann wieder schließt, um zu verhindern, dass der Mageninhalt zurück in die Speiseröhre gelangt.

Manchmal kann sich dieser Muskel jedoch zu stark entspannen oder zu oft öffnen, sodass die Magensäure trotzdem in die Speiseröhre dringt, mit ihrer inneren Schicht in Kontakt kommt und diese „verbrennt“. Dieser Zustand wird als Säurereflux bezeichnet und ist für das unangenehme Gefühl verantwortlich, das weithin als Sodbrennen bekannt ist.

Es stimmt zwar, dass ein gewisser Säurerückfluss hin und wieder ein relativ harmloses und sogar normales Problem ist, das schnell von alleine wieder verschwindet, es kann aber auch zu einem sehr unangenehmen gesundheitlichen Problem werden. Das Brennen, das sich im gesamten Rachen und in der Brust ausbreitet, wird häufig von folgenden Symptomen begleitet:

● Husten
● Heiserkeit
● Asthma
● Karies
● Nasennebenhöhlenentzündung
● säuerlicher Geschmack im Mund
● Schluckbeschwerden

Bei vielen, die häufig unter Säurereflux und schwerem Sodbrennen leiden, wird auch die Gastroösophageale Refluxkrankheit (kurz GERD), eine der am weitesten verbreiteten gastrointestinalen Erkrankungen, diagnostiziert.

brennendes Essen verursacht Sodbrennen

Was sind die Risikofaktoren für Sodbrennen?

Es gibt mehrere Erkrankungen, die Sodbrennen auslösen oder seine Symptome noch verschlimmern können. Obwohl sie sich in der Regel von Mensch zu Mensch unterscheiden, gibt es einige allgemeine Auslöser. Zum Beispiel:

● zu üppige und reichhaltige Mahlzeiten
● scharf gewürzte Gerichte
● fettreiche Ernährung
● hinlegen nach einer üppigen Mahlzeit
● Rauchen
● Übergewicht
● Stress
● Schwangerschaft
● bestimmte Medikamente (Acetylsalicylsäure, Antidepressiva, Narkotika, einige Beruhigungsmittel und Asthma-Medikamente)
● bestimmte Lebensmittel (fetthaltige Lebensmittel, Schokolade, Zitrusfrüchte, Kaffee, Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Knoblauch)
● Alkohol
● unzureichendes Kauen
● eng anliegende Kleidung

Das alles erscheint Ihnen zu offensichtlich? Sie haben Recht – es gibt viele weitere Risikofaktoren, die leicht zu gelegentlichem oder sogar anhaltendem Sodbrennen beitragen können. Um Sie mit dem Wissen auszustatten, das Sie benötigen, um die Symptome wirksam zu behandeln, haben wir eine Liste der wirksamsten natürlichen Heilmittel gegen Sodbrennen für Sie zusammengestellt.

Sagen Sie nein zu üppigen Mahlzeiten

Erinnern Sie sich noch an den unteren Ösophagussphinkter, das Tor zum Magen, von dem wir vorhin gesprochen haben? Tja, wie sich herausstellt, funktioniert dieser Muskel unter zu hohem Druck nicht gut. Experten warnen, dass der Säurereflux und damit das unangenehme Sodbrennen besonders häufig direkt nach einer Mahlzeit auftreten, vor allem, wenn diese zu üppig ausfällt. Da es scheint, dass große Nahrungsmengen Probleme verursachen können, indem sie den Schließmuskel schwächen und einen Teil der Säure in die Speiseröhre lassen, könnte die Verkleinerung der Portionen eine der einfachsten Möglichkeiten sein, um Sodbrennen entgegenzuwirken.

Wenn Sie gleich nach dem Mittagessen ein unangenehmes Brennen in der Brust oder im Rachen verspüren, versuchen Sie, das nächste Mal etwas weniger zu essen (mehrere kleine Portionen statt eines einzigen Festmahls), und achten Sie gleichzeitig darauf, dass Sie Ihre Mahlzeit in Ruhe und ohne Ablenkung zu Ende essen, indem Sie sich erlauben, rechtzeitig aufzuhören und nicht erst dann, wenn die Signale, dass Sie satt sind, endlich Ihr Gehirn erreichen. Auf diese Weise tun Sie auch Ihrer Verdauung einen großen Gefallen, denn wenn Sie weniger essen, kann Ihr Magen-Darm-System die Nahrung besser verarbeiten. Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie man das Verdauungssystem gesund und funktionstüchtig hält? Lernen Sie, wie man Verdauungsprobleme vermeiden kann!

Übergewicht verursacht Sodbrennen

Angst vor der Waage? Zeit ein paar Extrapfunde loszuwerden!

Nicht zu viel zu essen ist auch der Schlüssel zur Minimierung von Sodbrennen, da ein großer Bauch bekanntlich eine der Hauptursachen für Säurereflux ist. Wenn Sie uns nicht glauben, dann fragen Sie doch einfach ein paar werdende Mütter!

Der Grund dafür ist einfach. Bei einem gesunden Menschen unterstützt das Zwerchfell, die Scheidewand zwischen Brust- und Bauchhöhle, den Ösophagussphinkter in seiner Funktion, indem es ihm zusätzliche Kraft verleiht.

Zu viel Bauchfett kann hingegen auf den unteren Speiseröhrenschließmuskel drücken und ihn so vom Zwerchfell trennen. Diese Erkrankung ist als Hiatushernie oder („Zwerchfellbruch“) bekannt und ist der Hauptgrund für das erhöhte Risiko für anhaltendes Sodbrennen bei übergewichtigen Menschen und Schwangeren.

Darüber hinaus zeigen mehrere Studien, dass die zusätzlichen Pfunde im Bauchbereich die Anfälligkeit für Säurereflux und Sodbrennen erhöhen, während andere Studien belegen, dass der Verlust von ein paar Pfunden bei der Bekämpfung von Sodbrennen wirksam ist.

Limonade

Welche Nahrungsmittel verursachen Sodbrennen?

Wie bereits erwähnt, gibt es zahlreiche Nahrungsmittel, die Sodbrennen auslösen können. Diese unterscheiden sich jedoch von Person zu Person, so dass eine eindeutige Liste von Dingen, die man vermeiden sollte, schwer zu erstellen ist. Zum Glück gibt es aber ein paar grobe Richtlinien für alle, die häufig unter Säurereflux leiden. Ernährungsexperten glauben, dass die folgenden Nahrungsmittel zu den häufigsten Verursachern des unangenehmen Brennens gehören:

● Pfefferminze
● Zitrusfrüchte, wie Orangen und Zitronen
● Tomaten und Tomatensoße
● (rohe) Zwiebeln
● Schokolade
● fettige Speisen

Diese Nahrungsmittel sind dafür bekannt, dass sie entweder die Sodbrennsymptome auslösen oder die Dinge verschlimmern, wenn sie bereits zugeschlagen haben. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Ihre Speiseröhre automatisch sicherer ist, sobald sie diese Lebensmittel von Ihrem Speiseplan gestrichen haben.

Da jeder Mensch mit Reflux-Problemen unterschiedlich auf unterschiedliche Substanzen reagieren kann, ist es sehr wichtig, eine eigene Liste von riskanten Lebensmitteln zu erstellen. Wenn Ihnen Sodbrennen nach dem Essen nicht fremd ist, dann schreiben Sie einfach alles auf, was Sie essen, und verfolgen Sie, wie Sie sich danach fühlen. Auf diese Weise können Sie Ihre eigenen Auslöser schnell ausfindig machen und das Feuer in Ihrer Kehle ein für alle Mal löschen.

Weniger Alkohol = natürliche Linderung von Sodbrennen

Inzwischen ist Ihnen wahrscheinlich klar geworden, dass alkoholische Getränke fast immer der Übeltäter sind, egal um welche Verdauungsprobleme es sich handelt. Aber wie immer haben wir auch diesmal einen guten Grund, um dies erneut hervorzuheben, da das Trinken die Reflux-Symptome mit großer Wahrscheinlichkeit verschlimmert und damit noch schwerwiegenderes Sodbrennen verursacht.

Alkohol erhöht die Säuremenge in Ihrem Magen, entspannt den unteren Ösophagussphinkter und erschwert es der Speiseröhre, sich von unerwünschter Säure zu befreien. Dies ist nicht nur eine schlechte Nachricht für alle die bereits mit Reflux-Problemen vertraut sind, Studien deuten nämlich darauf hin, dass selbst moderate Mengen Alkohol bei ansonsten gesunden Personen zu den gleichen Symptomen führen können.

Wenn Sie das Brennen vermeiden wollen, lassen Sie einfach das zweite Bier oder Glas Wein weg und genießen Sie stattdessen ein erfrischendes Glas Wasser. Ihr Magen wird es Ihnen später danken.

Überdenken Sie auch die zweite Tasse Kaffee

Okay, wir geben es zu. Es hat bereits viele Studien zur Auswirkungen von Kaffee und insbesondere von Koffein auf Reflux-Symptome wie Sodbrennen gegeben, die Ergebnisse sind aber nicht schlüssig. Während einige Ergebnisse darauf hindeuten, dass Koffein und andere Verbindungen in einem der beliebtesten Getränke der Welt den unteren Ösophagussphinkter schwächen und somit Ihre Sodbrennprobleme verschlimmern können, scheinen andere keine ausreichenden Beweise für solche Zusammenhänge zu finden.

Was bedeutet das für uns? Experten sagen, dass es von jedem Einzelnen abhängt, ob Kaffee einen Einfluss auf den Säurereflux hat oder nicht. Das bedeutet schlicht und einfach, dass Sie, wenn Ihnen Sodbrennen nicht fremd ist, vielleicht testen sollten, ob Koffein die Dinge für Sie verschlimmert oder nicht. Einige meinen, dass entkoffeinierter Kaffee den Unterschied macht, aber wir überlassen es Ihnen, dies herauszufinden.

Kohlensäurehaltige Getränke könnten die Dinge noch verschlimmern

Nein, wir wollen nicht immer wieder die alte Leier abspielen und Sie in jedem Artikel damit nerven, dass Sie kohlensäurehaltige Getränke meiden sollen, aber es lässt sich einfach nicht leugnen, dass sie Ihnen mehr schaden als nützen. Experten haben mehrfach nachgewiesen, dass beim Trinken von kohlensäurehaltigem Wasser sowie Cola und Limo der untere Speiseröhrenschließmuskel vorübergehend geschwächt wird, insbesondere im Vergleich zum Trinken von normalem Wasser.

Vorsicht auch mit Fruchtsäften!

Insbesondere Zitrussäften! Auch wenn Studien zeigen, dass dieser die Funktion des unteren Ösophagussphinkters nicht schwächt, ist es sehr wahrscheinlich, dass seine Verbindungen die Speiseröhre reizen und dadurch die Symptome von Sodbrennen verschlimmern. Dies zeigt, dass säurehaltige Zitronen- und Grapefruitsäfte sowie pH-neutrale Orangenalternativen nicht unmittelbar für den Reflux verantwortlich sind, aber dennoch die Symptome verschlimmern könnten.

Orangensaft

Verwenden Sie Natron gegen Sodbrennen

Die Behandlung von Sodbrennen mit Natron könnte ein lebensrettender Trick sein, da dieses Hausmittel fast bei jedem Menschen im Schrank steht – vielleicht wissen Sie es nur nicht! Natron hat die Fähigkeit, Magensäure zu neutralisieren und so das Brennen in der Speiseröhre zu beruhigen.

Wenn das Feuer ausbricht, lösen Sie einfach ein wenig Natron (etwa einen Teelöffel) in einem Glas Wasser auf und trinken Sie es langsam. Und bevor Sie in die Küche laufen und nachsehen, ob noch welches übrig ist, warten Sie einen Moment. Verwenden Sie keinesfalls Backpulver oder etwas Ähnliches, sondern ausschließlich Natron! Und wenn Sie sich natriumarm ernähren, dann sollten Sie eventuell einen Arzt konsultieren, bevor Sie Natron gegen Sodbrennen verwenden.

Heben Sie den oberen Teil Ihres Bettes an

Andauerndes Sodbrennen zu erleben, wenn man eigentlich entspannen und neue Energie tanken will, ist eine Plage ohnegleichen. Studien zeigen, dass zahlreiche Menschen genau an diesem Problem leiden und z. B. abends wegen Säurereflux-Symptomen nicht einschlafen können.

Forscher haben jedoch herausgefunden, dass es eine einfache Möglichkeit gibt, um die nächtlichen Sodbrandsymptome zu lindern: Legen Sie ein Holzbrett, einen Holzblock oder sogar ein dickes altes Buch unter die Matratze, sodass das Kopfende Ihres Bettes leicht angehoben ist. Es gibt auch Betten mit verstellbarem Kopfende zu kaufen.

Das Anheben des Kopfendes ist effektiv, da eine leicht angehobene Position des Oberkörpers der Säure erschwert, nachts wieder nach oben zu wandern. So bleibt sie im Magen, wo sie die Speiseröhre nicht verletzen kann.

Übrigens: Einfach nur ein extra Kopfkissen zu verwenden, wird leider nicht ausreichen. Sie müssen den gesamten Oberkörper anheben, um das Sodbrennen zu lindern, was bedeutet, dass Sie etwas unter die Matratze legen müssen. Wenn Sie keinen verstellbaren Bettrahmen haben, experimentieren Sie einfach mit improvisierten Systemen, bis Sie die beste Lösung gefunden haben.

Und gehen Sie nicht gleich nach dem Essen zu Bett

Okay, noch eine Theorie, die noch nicht durch solide, unwiderlegbare Beweise untermauert ist … Es gibt aber bereits Studien über Patienten mit anhaltendem Sodbrennen, die zeigen, dass es die Sache verschlechtert, wenn man sich direkt nach einer deftigen Mahlzeit hinlegt.

Was wir meinen ist, dass solche Patienten über verschlimmerte Sodbrennsymptome berichteten. Auch wenn noch einiges an Forschung nötig sein wird und manche Personen für solche Probleme anfälliger sind als andere, können Sie versuchen, nach dem nächsten Mittagessen Ihr Verdauungsschläfchen in einer aufrechten Position zu halten. Sie können sogar versuchen, früher als gewöhnlich zu Abend zu essen, sodass zwischen Ihrer letzten Mahlzeit und dem Zu-Bett-Gehen mehr Zeit (mindestens ein paar Stunden) liegt. Wenn sich dies als Wundermittel zur Linderung von Verdauungsstörungen und Sodbrennen erweist, dann können Sie uns später danken.

Qualitätsschlaf wirkt sich positiv auf Sodbrennen aus

Tragen Sie bequeme Kleidung

Keine Sorge, wir werden uns nicht anmaßen, Ihnen Modetipps zu geben, aber dieser hier ist ein wichtiger Faktor bei der Verhinderung von Sodbrennen. Aber was hat Sodbrennen mit der Kleidung zu tun?

Wer ständig in engen Jeans herumläuft, der schadet sich vielleicht, ohne es zu wissen, selbst. Erinnern Sie sich noch, was wir über Sodbrennen gesagt haben? Es tritt ein, wenn die Magensäure in die Speiseröhre gelangt und dort das Gewebe verätzt. Und genau das kann passieren, wenn man zu viel Druck auf den Magen ausübt.

Jetzt verstehen Sie vielleicht, warum Sie manchmal Ihren Gürtel lockern oder den obersten Hosenknopf öffnen müssen. Geben Sie Ihrem Magen ein bisschen Freiheit und vielleicht befreit er Sie zum Dank von Sodbrennen.

Sodbrennen durch aufrechtes Stehen loswerden

Das ist kein Scherz: Man kann auch gegen Sodbrennen vorgehen oder zumindest die Symptome lindern, indem man sich einfach aufrecht hinstellt. Der Grund dafür? Manchmal kann man durch zu viel Sitzen oder Liegen einen Säurereflux auslösen.

Wenn Sie bei der Arbeit viel sitzen müssen, dann versuchen Sie, regelmäßig aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen und sich zu strecken – Ihr gesamter Körper wird davon profitieren, nicht nur Ihr Verdauungssystem. Und wenn Sie unter einer schlechten Haltung und Sodbrennen leiden, ist es jetzt an der Zeit, die erste zu korrigieren, um das zweite loszuwerden.

Wenn Sie gerade stehen, üben Sie weniger Druck auf den unteren Ösophagussphinkter aus, den Muskel, der dafür sorgt, dass die Magensäure dort bleibt, wo sie hingehört – im Magen. Auf diese Weise helfen Sie ihm, seinen Job zu machen und verhindern so, dass Säure mit Ihrer Speiseröhre in Berührung kommt.

Weniger essen, mehr kauen … Kaugummi

Klingt vielleicht komisch, wird aber von Experten empfohlen. Nehmen wir einmal ihre Argumente unter die Lupe. Studien zufolge stimuliert Kaugummi die Speichelbildung. Dieser zusätzliche Speichel hilft dann, die Magensäure zu verdünnen und aus der Speiseröhre auszuleiten.

Ein Stück Kaugummi nach der Mahlzeit ist daher eine legitime Strategie zur Vermeidung von Reflux-Problemen und könnte sich als nützlich erweisen, wenn Sie gerade etwas Fettiges gegessen haben oder sich eines Ihrer Sodbrennen auslösenden Nahrungsmittel gegönnt haben. Aber wenn Sie sich fürs Kaugummikauen entscheiden, achten Sie darauf, eine zuckerfreie Variante zu wählen, um Ihre Zahngesundheit zu schützen. Kauen Sie es nach dem Essen mindestens eine halbe Stunde lang, um ein Ergebnis zu erzielen.

Kaugummi

Rauchen ist uncool

Wenn Kaugummi den Speichelfluss anregt, dann hat das Anzünden einer Zigarette genau den gegenteiligen Effekt. Die ersten paar Züge mögen zwar beruhigend und entspannend wirken, doch wenn Sie Probleme mit Sodbrennen haben, sollten Sie die Wahl Ihres Anti-Stress-Mittels lieber noch einmal überdenken. Der Speichel hilft Ihnen, die Magensäure in Schach zu halten, und natürlich tun Sie sich und Ihrer Speiseröhre keinen Gefallen, wenn Sie durch das Rauchen dem Speichelfluss entgegenwirken.

Überdies kann Zigarettenrauch auch die Muskeln am unteren Ende der Speiseröhre entspannen, so dass die Säure leichter aus dem Magen entweichen und Sodbrennen verursachen kann. Und vergessen Sie nicht das Passivrauchen – auch Ihre Speiseröhre kann dafür bezahlen, wenn Sie zu viel Zeit an Orten verbringen, wo andere Menschen rauchen.

Entspannen Sie sich

Wenn Sie sich an den Anfang dieses Artikels erinnern, werden Sie wissen, dass wir Stress bereits als einen wichtigen Auslöser für den Säurereflux hervorgehoben haben. Wenn Sie Sodbrennen und andere Verdauungsprobleme loswerden wollen, dann ist Entspannung eine Ihrer höchsten Prioritäten. Gehen Sie spazieren, lesen Sie, legen Sie sich hin (auf Ihr Bett mit erhöhtem Kopfteil, versteht sich) oder probieren Sie Joga. Tun Sie alles, was nötig ist, um Stress abzubauen und schauen Sie, ob die Symptome verschwinden.

Und was ist mit Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Verdauungsstörungen und Sodbrennen während der Schwangerschaft treten am häufigsten ab dem dritten Trimester auf, wenn die wachsende Gebärmutter zunehmenden Druck auf Magen und Darm ausübt. Allein dieser Druck kann so stark sein, dass der Mageninhalt zurück in die Speiseröhre gedrängt wird und dort Sodbrennen verursacht.

Ein weiterer wichtiger Grund für Sodbrennen während der Schwangerschaft ist das Hormon Progesteron, von dem bekannt ist, dass es die Muskeln entspannt. Und raten Sie mal, auf welchen Muskel es sich ebenfalls auswirkt … Genau, auf den unteren Ösophagussphinkter! Wenn sich dieses Absperrventil zu sehr entspannt, kann die Säure leichter in die Speiseröhre entweichen. Überdies kann Progesteron die Verdauungsvorgänge verlangsamen, was die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Sodbrennen erhöht.

All das ist ganz normal, aber wie kann man mit Verdauungsstörungen und Sodbrennen während der Schwangerschaft umgehen? Zunächst einmal gehören zu einer guten Strategie ein paar Lebensstilanpassungen, z. B. dass Sie die Portionsgrößen reduzieren und stattdessen mehrmals essen, dass Sie fettiges oder übermäßig scharfes Essen meiden und dass Sie regelmäßig Sport treiben, um die Verdauung anzuregen.

Und wenn diese natürlichen Mittel gegen Sodbrennen einfach nicht ausreichen, dann können Sie immer noch auf bestimmte Medikamente zurückgreifen. Aber hier ist Vorsicht geboten. Reden Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber, welche Medikamente während der Schwangerschaft sicher sind, denn bei Weitem nicht alle sind akzeptabel. Aspirin zum Beispiel wurde mit tragischen Fehlgeburten und Geburtsfehlern, wie Herzproblemen oder inneren Blutungen, in Verbindung gebracht. Seien Sie vorsichtig und passen Sie gut auf sich und Ihr Kleines auf.

Sodbrennen während der Schwangerschaft

Aber was tun bei anhaltendem Sodbrennen?

Manchmal reichen einfache Hausmittel gegen Sodbrennen, wie wir sie in diesem Artikel behandelt haben, einfach nicht aus, um das Problem zu lösen. Wenn Sie mehr als zwei- oder dreimal pro Woche unter Sodbrennen leiden, ist es besser, einen Arzt aufzusuchen.

Denken Sie daran, dass gelegentliches Sodbrennen zwar völlig normal ist, dieser Zustand aber Ihre täglichen Aktivitäten nicht beeinträchtigen sollte, insbesondere nicht auf regelmäßiger Basis. Ist dies der Fall, könnte es sein, dass Sie an der Gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) leiden, die eine besondere Art von Behandlung erfordert. Wenn Sie befürchten, dass Sie diesem Zustand zum Opfer gefallen sein könnten, finden Sie hier eine kurze Liste von Symptomen, die Sie dazu veranlassen sollten, sich an Ihren Hausarzt zu wenden:

● Brennen in der Brust oder Sodbrennen
● Übelkeit und Erbrechen
● Halsschmerzen und Heiserkeit
● schmerzhaftes oder erschwertes Schlucken
● schlechter Atem und säuerlicher Geschmack im Mund
● grünes, gelbes oder sogar blutiges Erbrechen
● Halsschmerzen beim Essen
● Atembeschwerden
● schnelle Kariesbildung

Was wir aus all dem schließen können

Es gibt viele Methoden zur Behandlung von Sodbrennen, die keine medizinische Hilfe erfordern. Wenn Sie sich nur ab und zu mit Reflux-Problemen herumschlagen, dann reicht es in der Regel aus, sich der oben beschriebenen Tricks zu bedienen. Im Allgemeinen bedeutet das:

● die häufigsten Auslöser von Sodbrennen, wie fettreiche oder scharfe Speisen, vermeiden
● kleinere Portionen essen
● Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke meiden
● Kaugummi kauen statt rauchen
● ein paar Stunden vor dem Zu-Bett-Gehen zu Abend essen
● auf Ihr Gewicht achten

Mit anderen Worten, führen Sie einen gesunden Lebensstil und kümmern Sie sich um Ihre Verdauung! Um zu erfahren, was Sie tun können, damit Ihr Verdauungssystem reibungslos funktioniert, können Sie auch unseren Artikel zum Thema Beschleunigung der Verdauungsvorgänge lesen. Und wenn Sie daran interessiert sind, Ihren Verdauungstrakt ein wenig zu sanieren, um sich besser zu fühlen, verpassen Sie nicht unseren Artikel zum Thema Detox.